Jugendlichentherapie
Jugendlich-Sein
Du bist nicht allein, wenn Dir folgendes bekannt vorkommt:
- traurig sein
- zerrissen sein
- ängstlich sein
- anders sein.
Gefühle wie diese sind in der Zeit des jugendlich-seins ganz normal. Hinzu kommen oft noch Schulstress, nervige Ansagen von Erwachsenen, die vermeintlich alles besser wissen. Fehlt dann der Rückhalt von Freund:innen oder Lehrkräften oder kommen gar Schicksalsschläge wie Trennung, Tod oder ähnliches hinzu, kann es schnell zu viel werden. Das Gefühl der Machtlosigkeit übernimmt die Kontrolle und es kommen Gedanken auf, wie „Ich wollte ich wäre woanders“, „Ich wünschte, ich könnte einfach nur im Bett liegen“ oder „Mich versteht sowieso niemand!“.
Manchmal ist es auch so, dass die Erwachsenen um Dich herum, der Meinung sind, dass mit Dir etwas nicht stimmt und zwingen Dich dann zu einem Besuch bei einer Therapie. Zum Beispiel zu jemandem, wie mir zu gehen. Ich kann Dir helfen herauszufinden, ob und was sich ändern könnte. Ich sehe Dich als Expert:in für Dein Leben und werde Dich dabei unterstützen, Deinen Weg im Leben zu finden. Der ist auch manchmal holprig und beinhaltet Umwege. [Glaub mir, das war meiner auch.] Aber wichtig ist eben, dass es Dein Weg ist.
Wann ist eine Therapie für Jugendliche sinnvoll?
Laut Bundespsychotherapeutenkammer erkranken rund 20% der unter 18-jährigen Menschen an einer psychischen Erkrankung. Diese Krankheiten werden als verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in Kindheit und Jugend bezeichnet.
Die häufigsten Krankheitsbilder sind:
- Angststörungen
- Depressionen
- Hyperkinetische Störungen, oft auch als AD(H)S bezeichnet
- Zwangsstörungen, meist in Kombination mit Angststörungen
- Störungen des Essverhaltens oder des Körperbildes
Für mich als Erziehungswissenschaftlerin sind das geläufige Begriffe und lösen bei mir sofort den Professionalitäts-Modus aus, der Wachsamkeit generiert. Ich darf vermuten, dass Dir als Elternteil oder betroffene Person diese Wörter Angst bereiten. Das kann ich absolut verstehen.
In den meisten Fällen ist es sinnvoll, alle Symptome, die auf diese Störungen hindeuten, medizinisch abzuklären. Die Kolleg:innen der (kinder-)psychiatrischen Praxen benötigen diese Diagnosen um einerseits daran zu arbeiten und andererseits um ggf. Leistungen durch eine Krankenkasse zu erhalten. Manchmal kann es auch notwendig sein, sich für einen gewissen Zeitraum auf eine medikamentöse Behandlung einzulassen.
Dies ist alles ist wichtig und richtig. Ich bin im Münchner Westen ganz gut vernetzt und habe bisher nur positive Erfahrung im Hinblick auf den Austausch mit den Facharztpraxen und Kliniken sammeln dürfen. Viele Betroffene sind gleichzeitig in psychiatrischer und systemischer Behandlung. Das eine schließt das andere nicht aus.
So läuft eine systemische Therapie für Jugendliche ab
Systemische Therapeut:innen arbeiten mit und nicht an den Symptomen. Für uns geben auffällige Verhaltensweisen Hinweise darauf, dass im familiären Umfeld Beziehungen, Selbstwert und Kommunikation über einen Zeitraum einen untergeordneten Stellenwert erhalten haben. Sprich, die gezeigten Symptome eines Familienmitgliedes stellen für mich ein Zeichen dar, das etwas im System nicht stimmt.
Das muss nicht zwangsläufig diejenige Person sein, welche die Symptome zeigt. Daraus folgt, dass es in der systemischen Therapie nie darum geht Schuldfragen zu beantworten. Vielmehr untersuchen wir in der Jugendlichentherapie gemeinsam mit Dir Deine Kommunikations- und Denkmuster, aktivieren Deine Selbsterhaltungskräfte und Deine Netzwerke. Hierzu setzen wir verschiedene Methoden ein. Wir schauen uns beispielsweise Deine Herkunftsfamilie an, visualisieren das Problemverhalten und erarbeiten auf diese Weise mit Dir als Expert:in Deine Lösung in eine veränderte Zukunft.